Wie die Zeit vergeht

Florian Deeg, Georg Kästle und Torben Wessel
25.03 - 05.05.22

https://www.contemporaryartlibrary.org/project/how-time-flies-at-wieoftnoch-karlsruhe-23249

Dem Rhythmus der Natur folgend, interpretieren die drei Künstler Florian Deeg, Georg Kästle und Torben Wessel die menschliche Wahrnehmung der Umgebung. Individuell werden in der Ausstellung Wie die Zeit vergeht natürliche Ereignisse in künstliche Kulissen übertragen. Sie reflektiert die Momente, die das Gefühl für Zeit relativieren. Im Fokus stehen subjektive Empfindungen des Menschen gegenüber der Vegetation und Meteorologie. Diese Sinneswahrnehmungen werden technisch reproduziert und in neue Kontexte gesetzt.
Über Lautsprecher ertönt das Rauschen von Blättern, sowie das Pochen von Regentropfen. Sie sensibilisieren für die meist passive Aufnahme der allgegenwärtigen Akustik der Natur. Dahingegen bilden das Brummen von Ventilatoren und das Klicken von LED Screens ein auditives Nebenprodukt ihrer aktiven Naturnachahmung. Die Grenzen von Wahrnehmung und Wiedergabe werden aufgelöst, sowie die Geräuschkulisse von außen nach innen gekehrt.
Künstliches Licht schwankt wie das Tageslicht. Die Veränderung des Umfelds ruft subtile Reaktionen hervor. Man folgt keinem natürlichen Trieb, sondern einem artifiziellen Befehl. In einem geschlossenen Raum unter der Erde lädt die Dunkelheit zum Lauschen ein. Die Baumkronen wandern in den Boden zu ihren Wurzeln. Das Licht lässt etwas Gewesenes wieder erscheinen und wiederholt den Prozess einer verwelkenden Orchidee.
Fragmente der Natur werden von Ort und Zeit losgelöst und neu verknüpft. Die Technik weckt den Bezug des Menschen zur Natur, ohne dabei konkret zu werden. Unmerklich wie die Zeit vergeht.

Louisa Wombacher